Anzeiger-Hochhaus

Das Kino befindet sich an exponierter Stelle, sozusagen über den Dächern Hannovers, in einem der herausragenden Architektur-Denkmäler der Stadt, dem Anzeiger-Hochhaus. Dieses wurde im Jahre 1928 von Fritz Höger erbaut und gelangte schon früh wegen seines einzigartigen Baustils zu Weltruhm. Als eines der wenigen Gebäude der Stadt hat es den 2. Weltkrieg beinahe unversehrt überstanden. Es war stets Dreh- und Angelpunkt vielfältigen nicht nur journalistischen Treibens und ist in jüngerer Zeit das Wahrzeichen des neuen Medienzentrums geworden.

1997 hat es einen neuen, aufregenden Nachbarn bekommen: die Kestner-Gesellschaft bezog die Räumlichkeiten des ehemaligen Goseriedebades und sorgt seitdem für Aufmerksamkeit weit über die Grenzen der Stadt hinaus.

Für die Besitzer des Gebäudes, die Firma Madsack, war “ihr” Anzeiger-Hochhaus stets ein Aushängeschild, dem man gerade im letzten Jahrzehnt durch originalgetreue Restaurationen z.B. der Schalterhalle Rechnung getragen hat. Anfang 1998 sind im gesamten Gebäude neue Fenster im Stil von 1928 eingebaut worden, die dem Haus seinen ursprüglichen Pfiff und seine moderne Würde zurückgegeben haben.

Hochhaus Lichtspiele

Mit seiner 12 m hohen, grünen Dachkuppel, in der sich das Kino befindet, ist es ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt. Es ist eines der wenigen Häuser, die die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben.

Als Pressehaus hat das Anzeiger-Hochhaus journalistische Geschichte geschrieben. Nach dem Krieg gab Rudolf Augstein hier die erste Nummer des "SPIEGEL" heraus und Henri Nannen gründete hier den "STERN". Heute ist es das Tor zum Medienzentrum mit vielen Zeitungen, TV-und Radiosendern. Hier sitzen ffn, Hitradio Antenne, die Neue Presse, TVN u.v.a.

Bereits seit Dezember 1928, knapp einem halben Jahr nach der Eröffnung des Planetariums, werden Filme im Anzeiger-Hochhaus gezeigt. Anfänglich wurden im Planetarium provisorisch Filme gezeigt unter dem Namen PLANETARIUM-LICHTSPIELE, Kulturfilmbühne,  mit 210 Plätzen. Dazu wurde eigens eine Kinoorgel der Firma M. Welte & Söhne eingabut. Hier führte z.B. Dsiga Vertov seine experimentellen russischen Dokumentarfilme vor.

Am 25.03.1945 brannte das Planetarium aus. Nach dem Krieg eröffnete Karl Homann am 06.12.1949 dann die HOCHHAUS-LICHTSPIELE – studio für filmkunst mit 400 Plätzen.

Im HOCHHAUS lief fortan die erlesene Filmkunst, etwa DIE ROTEN SCHUHE, Helmut Käutners DIE LETZTE BRÜCKE, Ulla Jacobsson stellte SIE TANZTE NUR EINEN SOMMER persönlich im Dezember 1952 vor. Später folgten Filme wie DAS SCHWEIGEN und in den 70er Jahren unter der Direktion von Robert Billerbeck (Weltspiele, Gloria-Palast, Grenzburg) nahezu alle Premieren und Wiederaufführungen der Romy Schneider-Filme wie "Die Dinge des Lebens", "Die Liebe einer Frau", "Nachtblende", "Trio Infernal", "Eine einfach Geschichte" bis zu ihrem letzten Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci".

Seit 1982 gehört das HOCHHAUS zum KINO AM RASCHPLATZ. Nach einer grundlegenden Renovierung und der Verringerung der Platzzahl zu Gunsten größerer Beinfreiheit hat das HOCHHAUS jetzt 275 Plätze. Seit dieser Zeit gibt es wieder regelmäßig am Sonnteg eine Matiné-Vorstellung wie in den 50er Jahren üblich, gern auch mit Klassikern wie "Kinder des Olymp". Hier verzeichneten seitdem Filme wie MÄNNER, AMADEUS, CARMEN, WIE IM HIMMEL, FRIDA, DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE, WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS und zuletzt THE KING'S SPEECH und ZIEMLICH BESTE FREUNDE neue Rekord-Besucher-Zahlen.

Wegen der dringend notwendigen Restaurieung der Kuppel des Anzeiger Hochhauses war am 30.10.2016 der letzte Spieltag im Saal direkt unter der Kuppel. Bis zur Eröffnung eines Interimtheaters in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses Ende November 2016 musste der Spielbetrieb ruhen.

Nach der Restaurierung soll es dann voraussichtlich ab 2018 wieder Kino unter der Kuppel über den Dächern der Stadt geben.

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