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Kino

... das Kino über den Dächern der Stadt

Nachdem Sie Ihre Kinokarte an der Kasse im Erdgeschoss erworben haben, bringt Sie einer unserer beiden Hochgeschwindigkeits-Fahrstühle in weniger als 20 Sekunden in den achten Stock (sportliche Kinogäste nehmen die 16 Treppen mit zusammen über 200 Stufen). Im Foyer können Sie sich mit dem nötigen Proviant für den Filmabend eindecken.

Noch einmal zwei Treppen höher befindet sich der Kinosaal, der höchstgelegene in ganz Deutschland. 33,88 Meter über dem Straßenniveau warten 275 französische Komfortsessel auf Sie.Die besondere Form des kreisrunden Saals (Durchmesser 19,75 m) erinnert an seine Vergangenheit als Planetarium. Die Leinwand ist 3,60 x 7,20 m groß, die Projektionsentfernung beträgt 18,60 m.

Das HOCHHAUS befindet sich im Anzeiger-Hochhaus, einem der ersten Hochhäuser Deutschlands, erbaut nach den Plänen von Fritz Höger 1927/28 (Stahlsklettbau mit dunkelroter Klinkerfassade).

Mit seiner 12 m hohen, grünen Dachkuppel, in der sich das Kino befindet, ist es ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt. Es ist eines der wenigen Häuser, die die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben.

Als Pressehaus hat das Anzeiger-Hochhaus journalistische Geschichte geschrieben. Nach dem Krieg gab Rudolf Augstein hier die erste Nummer des „SPIEGEL“ heraus und Henri Nannen grĂĽndete hier den „STERN“. Heute ist es das Tor zum Medienzentrum mit vielen Zeitungen, TV-und Radiosendern. Hier sitzen ffn, Hitradio Antenne, die Neue Presse, TVN u.v.a.

Bereits seit Dezember 1928, knapp einem halben Jahr nach der Eröffnung des Planetariums, werden Filme im Anzeiger-Hochhaus gezeigt. Anfänglich wurden im Planetarium provisorisch Filme gezeigt unter dem Namen PLANETARIUM-LICHTSPIELE, KulturfilmbĂĽhne,  mit 210 Plätzen. Dazu wurde eigens eine Kinoorgel der Firma M. Welte & Söhne eingabut. Hier fĂĽhrte z.B. Dsiga Vertov seine experimentellen russischen Dokumentarfilme vor.

Am 25.03.1945 brannte das Planetarium aus. Nach dem Krieg eröffnete Karl Homann am 06.12.1949 dann die HOCHHAUS-LICHTSPIELE – studio für filmkunst mit 400 Plätzen.

Im HOCHHAUS lief fortan die erlesene Filmkunst, etwa DIE ROTEN SCHUHE, Helmut Käutners DIE LETZTE BRÜCKE, Ulla Jacobsson stellte SIE TANZTE NUR EINEN SOMMER persönlich im Dezember 1952 vor. Später folgten Filme wie DAS SCHWEIGEN und in den 70er Jahren unter der Direktion von Robert Billerbeck (Weltspiele, Gloria-Palast, Grenzburg) nahezu alle Premieren und Wiederaufführungen der Romy Schneider-Filme wie „Die Dinge des Lebens“, „Die Liebe einer Frau“, „Nachtblende“, „Trio Infernal“, „Eine einfach Geschichte“ bis zu ihrem letzten Film „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“.

Seit 1982 gehört das HOCHHAUS zum KINO AM RASCHPLATZ. Nach einer grundlegenden Renovierung und der Verringerung der Platzzahl zu Gunsten größerer Beinfreiheit hat das HOCHHAUS jetzt 275 Plätze. Seit dieser Zeit gibt es wieder regelmäßig am Sonnteg eine MatinĂ©e-Vorstellung wie in den 50er Jahren ĂĽblich, gern auch mit Klassikern wie „Kinder des Olymp“. Hier verzeichneten seitdem Filme wie MĂ„NNER, AMADEUS, CARMEN, WIE IM HIMMEL, FRIDA, DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIÉ, WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS und zuletzt THE KING'S SPEECH und ZIEMLICH BESTE FREUNDE neue Rekord-Besucher-Zahlen.

Wegen der dringend notwendigen Restaurieung der Kuppel des Anzeiger Hochhauses war am 30.10.2016 der letzte Spieltag im Saal direkt unter der Kuppel. Bis zur Eröffnung eines Interimtheaters in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses Ende November 2016 muß der Spielbetrieb ruhen.

Nach der Restaurierung soll es dann voraussichtlich ab 2018 wieder Kino unter der Kuppel über den Dächern der Stadt geben.